Freitag, 21. April 1916 – Das Amtsblatt soll teurer werden

Auszug aus dem Protokoll der Betriebskommission der Buchdruckerei „Ostschweiz AG St.Gallen“:

1. Die anwesenden Herren J. M. Isenrich und Geschäftsführer Moosberger legen Voranschläge für die Eingabe an den Regierungsrat betreffend einer Teuerungszulage für den Amtsblattdruck vor. Das Buchdruckereigewerbe ist von der durch den Krieg hervorgerufenen Steigerung der Materialpreise ausserordentlich schwer betroffen. Die schon im abgelaufenen Jahre eingetretene erhebliche Preissteigerung der wesentlichsten Bedarfsartikel dieses Gewerbes fand in diesem Jahre ihre Fortsetzung in empfindlicher Weise, so dass wir heute mit einer breits eingetretenen Preiserhöhung von 20 bis 60 Prozent für Papier, 50 bis 80% für Druckfarbe & entsprechenden Höherpreisen für Blei, Oel, u.s.w. zu rechnen haben. Die Erstellung des Amtsblattes kommt uns bereits mindestens 15% teurer zu stehen als vor Kriegsausbruch und noch steht weitere Erhöhung der Materialpreise in sicherer Aussicht. Angesichts dieser Verhältnisse sehen wir uns gezwungen, auf den festgesetzten Preis für Druck und Expedition des Amtsblattes einen Zuschlag von 12% ab 1. Januar 1916 zu verlangen. Wenn auch die Bezahlung für diese Arbeit zwar vertraglich geregelt ist, so waren bei Abschluss des bezüglichen Vertrages die Verhältnisse, wie sie infolge des europäischen Krieges eingetreten sind, nicht vorauszusehen & daher nicht in Berücksichtigung zu ziehen. Es kann auch nicht im Willen des Regierungsrates sein, den entstandenen grossen Nachteil uns allein tragen zu lassen. Es wird daher die vom Verwaltungsrat gutgeheissene Eingabe vollzogen, um wenigstens teilweise Schadloshaltung zu erzielen.

[…]

„Die Ostschweiz“ war die Nachfolgerin der Zeitung „Neues Tagblatt aus der östlichen Schweiz“. Sie erschien von 1874-1997 (Jg. 1 bis Jg. 124).

Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, Wy 088

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