Mittwoch, 21. Juni 1916 – Ein sozialer Arbeitgeber trotz Kostendruck

Auszug aus dem Protokoll der Betriebskommission der Buchdruckerei „Ostschweiz AG St.Gallen“ („Die Ostschweiz“ war die Nachfolgerin der Zeitung „Neues Tagblatt aus der östlichen Schweiz“. Sie erschien von 1874-1997):

[…]

9. Die Papierfabriken Landquart zeigen mit Schreiben vom 19, [sic] Juni an, dass infolge der ganz gewaltig gestiegenen Rohstoffpreise und den fast unüberwindlichen Schwi[e]rigkeiten für die Beschaffung der Stoffe der Preis für den Rotationsdruck bis auf weiteres auf fr. […] 51.- per % Kg mit Wirkung ab 1. Juli erhöht werden müsse. Mit dieser 4. Preissteigerung seit Kriegsbeginn hat sich der ursprüngliche Ansatz für das Rollenpapier um volle 42% erhöht, d.h. von fr. 36.- auf 40, dann auf 43, später auf 45 und nun auf 51 per % kg.

[…]

Die Betriebskommission beriet an derselben Sitzung auch darüber, ob Kosten eingespart werden könnten, u.a. durch Reduktion des Mitarbeiterstamms. Sie kam zum Schluss:

Da es laut Antrag und Begründung des Geschäftsführers nicht angeht, im Personalbestande eine Reduktion herbeizuführen, soll wenigstens das Verzeichnis über die Kunden der Druckarbeiten durchgesehen und Säumige ermuntert werden, ihre Aufträge im Bedarfsfalle doch der Ostschweiz zuzuhalten.

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, Wy 088 (Protokoll) und ZMH 64/877.020.3 (Buchdruckerei in Lachen-Vonwyl, um 1910)

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