Auszug aus Briefkopf

Freitag, 25. August 1916 – „a rostigs Polizistli“ und Heiratsverbot für Unmündige

Der Regierungsrat blieb hart. Das Gesuch des19¾ Jahre alten Josef Anton Niedermann um Ehemündigkeitserklärung wies er ab. Er beurteilte die vorgebrachten Gründe nicht als dem Sinn und Geist des Gesetzes entsprechend: Die Verlobten hätten, in Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen über das Heiratsalter, bereits alle erforderlichen Vorbereitungen für die Gründung eines eigenen Hausstandes getroffen, so die Anschaffung des Hausrates, die Mietung der Wohnung auf den 15. September 1916, die Beschaffung von Holz und Kohlen, etc. Die Eltern der Verlobten seien mit der sofortigen Heirat einverstanden, und es rechnen die Brautleute um s eher auf Entsprechung ihres Begehrens, als sie noch für die Einführung des „Brautfuders“ aus der badischen Heimat der Braut besorgt sein müssen. (Nr. 1968)

Mehr Gehör hatte der Regierungsrat für einen Landjäger, der sich in seiner Dienstehre verletzt fühlte. Der Polizist war in der Krone in Waldkirch von einem Wirtshausgast unter anderem als rostigs Polizistli beschimpft worden. (Nr. 1969)

Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und ZMH 64/291 (Auszug aus Briefkopf der Lithographie- und Prägeanstalt Othmar Hagmann, St.Gallen von 1904)

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