Arbeiter 1909

Montag, 4. Dezember 1916 – Lebensmittelversorgung, Schutz-waldfragen und Wirtschafts-patente

Mit Datum dieser Sitzung verpflichtete die Regierung in einem Kreisschreiben sämtliche Gemeinden dazu, bedürftigen Einwohnerinnen und Einwohnern zum Bezug verbilligter Lebensmittel zu verhelfen (Nr. 2787). Ausserdem verhinderte sie eine rigorose Abholzung in Kahlschlägen in den Hüttenbühlwaldungen oberhalb von Wattwil und Ebnat-Kappel (Nr. 2788).

Abschlägig beurteilte der Regierungsrat auch das Wirtschaftspatentgesuch des Klemens Giger in Quarten, obwohl letzterer das Bedürfnis zu begründen suchte (Nr. 1790): Das seit Frühjahr 1916 in Betrieb gesetzte Bergwerk am Mürtschen bringe ziemlich starken Verkehr; täglich gingen 15 bis 20 Personen vorbei, und da der Marsch von Murg zum Bergwerk im Winter an die 5 Stunden und mehr erfordere, so erscheine es durchaus begreiflich, wenn sich diese Leute in einer Wirtschaft am Wege etwas stärken wollen. Eine andere Gelegenheit sei nicht vorhanden, und daher habe Giger beim Gemeinderat Quarten das Gesuch gestellt um Bewilligung eines Ganzjahrespatentes an Stelle des bisherigen Saisonpatentes. Der Gemeinderat von Quarten begründete die Abweisung des Gesuchs u.a. folgendermassen, und der Regierungsrat schloss sich dieser Ansicht an: Die Liegenschaft liege nur zirka 1/4 Stunde oberhalb des Dorfes Murg, und nach so kurzer Zeit sei für die Arbeiter des Mürtschenwerkes eine Restaurationsgelegenheit nicht notwendig, um dann die restlichen 4 3/4 Stunden ohne eine solche zurückzulegen. In der umgekehrten Tour könne ebenfalls keine Notwendigkeit erblickt werden, da es von dort abwärts noch kaum 10 Minuten ins Dorf Murg sei. Sonst aber werde die Wirtschaft zum Gödis wenig frequentiert, und es könnte höchstens, weil abgelegen, ein Schlupfwinkel für Tagediebe geschaffen werden.

Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und BTN 1/1.2-31 (Bild: Bau der Bodensee-Toggenburg-Bahn, Arbeiter bei einem Dammfussabbruch in Neuhaus, ca. 1909, Auszug)

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