Kriminalgebaeude, Plan 1850

Samstag, 23. Dezember 1916 – Keine Vorweihnachtsstimmung im Regierungsrat

Ein thematisches Potpourri beschäftigte den fast vollzähligen Regierungsrat in der Sitzung dieses Tages. Es ging u.a. um die Grossschiffahrtsschleuse bei Eglisau (Nr. 2954), die Befreiung der Frauenklöster St.Katharina in Wil und Notkersegg in St.Gallen vom Krankenversicherungszwang (Nrn. 2958 und 2959) oder um das Budget der politischen Gemeinde Tablat (später in St.Gallen eingemeindet), in dem unter den unvorhergesehenen Ausgaben der nicht näher erklärte Posten Für Massnahmen zur Bekämpfung der Haarkrankheit Fr. 861.95 ausmachte (Nr. 2960). Ausserdem waren drei Fälle von Amtsehrverletzungen (Nrn. 2962, 2963 und 2964) und eine Beschwerde gegen das Waisenamt Weesen betreffend die Führung einer Vormundschaftsrechnung (Nr. 2966) zu begutachten. Und das Justizdepartement verlangte einen Nachtragskredit, weil die Beleuchtung des Kriminalgebäudes (Untersuchungsgericht im Karlstor) deutlich teurer ausgefallen war als budgetiert: Die Überschreitung rühre von den teuern Holz- und den rapid steigenden Kohlenpreisen, sowie von den dieses Jahr zum ersten Male erwachsenen Eisenbahnfrachtspesen (für Holztransport aus dem Oberland) her. Es sei ein Nachtragskredit von Fr. 450.- bis Fr. 500.- erforderlich. (Nr. 2967)

Kriminalgebaeude, Plan 1850-koloriert

Auch Schulfragen beschäftigten den Regierungsrat (Nr. 2968 bis Nr. 2971), und schliesslich mussten landwirtschaftliche Fragen geklärt werden: Gefordert war ein Staatsbeitrag an die öffentliche Zuchtstierhaltung (Nr. 2972) und die Abkürzung der Haltefrist der Zuchteber und Widder (Nr. 2973). Diverse Holzschlagbewilligungen (Nr. 2974 bis Nr. 2976), ein Waldankauf (Nr. 2955) und die Genehmigung eines Plans zur Ausreutung von Staudenwald in den Rheinauen (Nr. 2978) waren zu besprechen. Die Schweizerische Hotelfachschule in Luzern bat um einen Staatsbeitrag (Nr. 2979), und der geplante Notstandsfond für die Stickereiindustrie gab erneut zu reden (Nr. 2980). All diese und etliche weitere Regierungsratsbeschlüsse lassen sich im folgenden im Detail nachlesen:

 

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) sowie KPP 1/64.002 und KPP 1/64.005 (nicht ausgeführte Pläne zur Erweiterung des Kriminalgebäudes zwischen Karlstor und Regierungsgebäude, ca. 1850)

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