Molitor

Montag, 23. Juli 1917 – Soldatenpaket nach Deutschland gewünscht

Joseph Fischer erhielt nicht nur von seinen Kollegen in England Karten, sondern auch von solchen in Deutschland (vgl. die Beiträge vom 7. Januar, 26. August und 24. Oktober 1916 und vom 26. März 1917). Richard Molitor, Telegrafist in der deutschen Armee, schrieb an seinen Freund, Joseph Fischer in der Schweiz:

Abs. Telegr. R. Molitor, Nachrichten-Ersatz-Abst. 11, Etel-Ers.-Zug, Ohrdruf (Thüringen), 23. Juli 1917.

M. l. [Mein lieber] Josef!

Die Karte aus m. Urlaub wirst Du erhalten haben. Einige Tage vor der Rückfahrt traf noch Morath [?] ein, so dass ich wenigstens noch zum Schlusse mit einem alten Kameraden zusammen war. M. erhielt übrigens kürzlich das Eiserne Kreuz I. Kl. Von Frau Fischer (Adlerstr) konnte ich leider über Dich nichts erfahren, hoffe aber doch, dass es Dir stets recht gut geht. Nun habe ich wieder eine grosse Bitte! Könntest Du versuchen, da ich jetzt Soldat bin, ein Paket mit Chokol. [Schokolade] an mich zu senden? (Einschreiben.) Den Betrag würde ich entweder an Deine Haushälterin in Neustadt oder Dir selbst schicken. Ich bezweifle zwar, ob überhaupt die Ausfuhr nicht ganz gesperrt ist, kann es aber von hier aus nicht beurteilen. Im Voraus für Deine Bemühungen vielen Dank. Wahrscheinlich bleibe ich wohl einige Zeit hier. Empfange herzliche Grüsse von Deinem Freunde Richard.

Im Album „Aus den Kriegszeiten“, das Joseph Fischer zusammengestellt hatte, findet sich ein vorgedruckter Brief des Schweizerischen Volkswirtschaftsdepartements vom 29. Oktober 1917. Darin steht: Im Besitze Ihrer Zuschrift vom 25. dies erwidern wir Ihnen, dass Ihrem Wunsche zu unserm Bedauern nicht entsprochen werden kann. Jede Ausfuhr von Lebensmitteln, Seife etc. (auch als Umzugsgut) ist verboten. Es ist möglich, dass Fischer versuchte, verschiedenen Personen im Ausland Pakete zu schicken.

Brief Eidgenoessisches Departement

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Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, W 207, Album „Aus den Kriegszeiten“ (Karte an Joseph Otto Ferdinand Fischer (1892-1967) in St.Gallen)

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