Donnerstag, 8. November 1917 – Umständliche Kommunikation

Auf einer eng beschriebenen Karte berichtete Richard Molitor (vgl. Beitrag vom 23. Juli 1917) erneut an seinen Kollegen, Joseph Fischer, nach St.Gallen:

Ohrdruf, 8. Nov. 1917.

M. Lieber!

Meine Karte aus meinem ersten Urlaub wirst Du erhalten haben. In Neustadt [?] gibt es nichts besonders Neues. War auch mit Hubert zusammen. Machte u.a. einen Besuch in Urishof [?]. Von Albert hört man seit langem nichts mehr. Ich soll ihm mal durch Dich schreiben. Schicke Dir nun nächstens einen Brief für ihn. Sei bitte so freundlich u. sende ihn in neuem Umschlag mit Deinem Namen als Absender weiter. Die Adresse lautet: Albert Ketterer, Farm Omateva, District Gobabis, Südwestafrica. Jedoch warte ich mit dem Briefe, bis Du diese Karte bestätigt hast. Schreibe bitte bald! Im Voraus besten Dank. Ich hoffe, dass es Dir recht gut ergeht u. grüsse Dich herzl. Dein Freund Richard.

Als Absender ist angegeben: Abs. Gefr. R. Molitor, Nachr. Ers. Abt. 11 Etel Ers. Zug, Ohrdruf (Thür.)

Gobabis liegt im heutigen Namibia. Es gibt offenbar noch heute eine Omateva Hunting Farm, die von Deutschen betrieben wird, vgl. z.B. http://www.namibiana.de/namibia-information/pressemeldungen/artikel/freundlicher-elefant-nach-farmbesuchen-auf-nachhauseweg.html

Auch das Deutsche Bundesarchiv weist ein Dossier von ehemaligen Besitzern nach: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/R7ARV44RM255MYGZG3VM5MQVYIHMRVFO

Die Karte war zugunsten der „Hindenburgabgabe“ gedruckt worden, einer Spendenaktion, die in Deutschland während des Ersten Weltkriegs mehrfach durchgeführt wurde.

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Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, W 207, Album „Aus den Kriegszeiten“ (Karte an Joseph Otto Ferdinand Fischer (1892-1967) in St.Gallen)

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