Briefkopf Interniertenlager

Donnerstag, 19. April 1917 – Dienstbotenfrage

Diesmal schrieb Franz Beda Riklin auf offiziellem Briefpapier der Internierten-Lager:

Liebster Schatz!

Ich danke Dir aufs allerbeste [sic] für Deine letzten Briefe. Es macht nichts, wenn die beiden Mägde fortgehen, falls Frl. Kärcher [?] bleibt. Man muss sie halt anfragen. Anna hat Marie jedenfalls aufgestiftet, u. es wird sowieso nicht mehr gehen. Auf wann haben sie gekündigt? Bist Du dann zuhause? Sie werden noch dies u. das kaputmachen [sic] u. Frl. Kärcher ärgern. Ich glaube auch, dass Du es hier, etwas später, gut haben wirst u. freue mich sehr darauf. Hier ist halt immer noch regelrechter Winter mit frischem Schnee. Sonst geht es mir gut, abgesehen von der Eintönigkeit. Mit den (reichen!) Engländern im Hôtel komme ich gut aus. Z. Zeit sind lauter sehr anständige Leute dort. Sage mir noch, wann Du kommst, damit ich es vorbereiten kann. Man könnte event. noch sehen, ob wir in irgend ein Châlet ziehen könnten. Aber sonst ist man im Gd. Hôtel in jeder Beziehung ausgezeichnet aufgehoben; nur hie u. da ist gegenwärtig etwas wenig geheizt.

Gestern machte ich zum erstenmal eine Pastellskizze von der Kirche hier. Morgen früh fahre ich nach Olten zu einer Konferenz mit dem Armeearzt. Ich freue mich, wenn Du kommst; es ist sonst natürlich niemand hier, mit dem man sich nur annähernd auf dem Niveau besprechen kann, das wir gewohnt sind. Etwas merkwürdig wird Dir die vollständige Ententophilie [?] vorkommen.

Nimm herzliche Grüsse u. Küsse von Deinem Franz.

Vgl. auch die Beiträge vom 11. April und vom 17. April.

Nächster Beitrag: 20. April 1917 (erscheint am 20. April 2017)

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 106 (Briefe von Franz Beda Riklin an seine Ehefrau, 1917; Texte und Beitragsbild)

Grand Hotel Briefkopf, Auszug

Dienstag, 17. April 1917 – Immer noch Winter in Château d’Oex

Der Psychiater Franz Beda Riklin weilte immer noch in Château d’Oex und leitete ein Interniertenlager mit kriegsversehrten Angehörigen der britischen Armee (vgl. Beitrag vom 11. April). An seine Frau schrieb er:

Château d’Oex, 17. April 1917.

Liebster Schatz!

Ich danke vielmal für Deinen letzten Brief. Über das Wetter musst Du Dich nicht mehr beklagen als wir hier. Meistens schneit es [Mitte April!], zB. heute ohne Unterbruch. Ich mach mir übrigns nicht allzuviel daraus, denn ich bin ja beschäftigt. Am meisten mss ich diese Arbeit mit der einer Anstaltsdirektion vergleichen. Die Sprachveränderung ist ganz günstig; doch wäre ein italienischer Aufenthalt nützlicher u. für uns beide angenehmer. Ja, wir müssen sehen, dass wir noch einmal einen Aufenthalt für uns haben. Es ist natürlich auch für mich relativ fade. Ich freue mich nur, noch ein Stück Frühling in dieser Gegend  zu sehen u. [unlesbar] dann auch einmal an den Genfersee hinunter. DAnn aber Schluss mit diesem Dienst. Nächsten Freitag fahre ich nach Olten zu einer Conferenz. Ich bin dort von Mittag-Nachmittag, fahre abends zurück bis nach Gstaad. In Olten; Hotel Schweizerhof.

Wie geht es wohl zuhause? Ich habe ein paar «Briefe» von den beiden Grossen u. schicke ihnen ab u. zu eine Karte.

Dem Herz geht es ziemlich gut, zuerst musste ich mich ans Steigen gewöhnen u. die Höhe. Aber ich komme jetzt ziemlich viel an die Luft. Zeitweise beschäftigen mich die Träume; auch habe ich e. Roman von Anatole France gelesen; weniger gut als die anderen.

Viele herzl. Grüsse u. Küsse

v. D. [von Deinem] Franz

Anatole France war ein französischer Schriftsteller. Er erhielt 1921 den Friedensnobelpreis (vgl. z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Anatole_France)

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Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 106 (Briefe von Franz Beda Riklin an seine Ehefrau, 1917; Texte und Beitragsbild: Auszug aus einem Briefkopf des Grand Hôtels, in dem Riklin logierte)

Couvert

Freitag, 13. April 1917 – Ehekorrespondenz zum weiteren

Maria Wenner-Andreae schreibt an ihren Mann Fritz. Sie weilt immer noch im Parker’s Hotel am Corso Vittorio Emanuele in Neapel. Honig ist in Italien ein rares Gut:

Freitag, den 13. April 1917

Mein lieber Schatzel! Entschuldige, dass ich mit Bleistift schreibe, aber ich sitze in der sonne u. tro[c]kne meine Haare. Ich benutze diesen ruhigen morgen [sic] dazu. hoffentlich bist Du gut gereist u. verlief der gestrige gästereiche Tag gut. Marietta wird es schon gut gemacht haben. Ich wünsche Dir einen möglichst guten Sonntag, mein Schatz! Siehst Du auch nach den Bienen? Denke Dir[,] in Mailand [wo Marias Eltern lebten] bezahlt man jetzt 6-7 Lire für ein Kg. Honig. Hätte man jetzt, dann könnte man feine Geschäfte machen. Die Eltern baten mich[,] ihnen hier welchen zu besorgen, aber ich fürchte[,] die Preise werden auch hoch sein. So werde ich ihnen schreiben[,] sie mögen sich gedulden, bis wir ihnen senden können. Meinst Du nicht auch? Sorge dafür[,] dass die Familien recht stark werden. Die Eltern lassen Dich vielmals grüssen. – Unseren Buben geht es prächtig, Gianni behauptet[,] Du müsstest morgen kommen. Er wird dann bitter enttäuscht sein. Poverino! Nächste Woche kann Frl. Brogh [?] doch kommen[,] die Photos zu machen. – Heute werden wir hoffentlich mit dem Maler fertig. Wenn nur auch das Bild von Gianni netter wäre!! Die Kinder spielen in der Rampa unten u. Dimy huscht als echte Gallina überall herum. – Es ist doch eine penitenza [Strafe] so in der Sonne zu sitzen[,] um die Haare zu trocknen. Dafür findest Du aber ein ganz sauberes Frauchen!!! Gestern spazierte ich zu Elsa, die sich wohl fühlt. Auch dem Baby geht es ausgezeichnet. Ich wohnte auch einer Mahlzeit bei. Alles geht gut[.] Ich bin gespannt zu hören[,] wann Marietta abreist. A propos[:] Das Dienstmädchen sagte mir[,] sie sei für diesen Dienstag entlassen. Wenn Du wirklich nicht vor Mittwoch kommen kannst, dann bitte schreibe mir[,] was ich ihr geben soll. Du kannst ja einfach die Summe hinschreiben, ohne etwas dazu, wenn Du mir eine Karte sendest. Bitte vergiss es nicht, da ich sonst in Schwulitäten [sic] gerate. Bitte grüsse mir alle Schlaepfers!

Die Kinder umarmen u. küssen ihren Papa caro! Ich habe Dich innig lieb u. küsse Dich tausendmal Deine treue Mogliettina Maria.

Gleichentags schreibt auch Fritz Wenner an seine Ehefrau:

Fratte, 13. April 1917.

Liebstes Frauchen!

Ich hofe, am Sonntag mit dem 10.40 Uhr Zug nach Neapel reisen zu können, wo ich um halb 1 Uhr eintreffen sollte. Ich werde in diesem Falle von der Bahn zuerst in die Via Medina fahren, um zu hören, ob Du zum Mittagessen dort bist; wenn nicht, so fahre ich weiter ins Hotel.  Ich überlasse es natürlich Dir[,] für den Nachmittag zu arrangi[e]ren, was Dich freut; die Pferde können hoffentlich wieder regelmässiger Dienst tun. –

Die Schwestern u. Alex haben es gut getroffen mit dem Wetter hier u. in Pompei; auch für mich war es nett[,] Besuch zu haben. – Marietta wird also morgen um 10 Uhr morgens abreisen. Willst Du bitte das Mama sagen, dass ich mir erlauben werde[,] über diese Zeit drüben zu essen; ich hoffe[,] es wird ihr nicht unangenehm sein. –

Ich freue mich[,] Euch bald wieder zu sehen u. zu hören, was der Maler noch geleistet hat. Mit tausend herzlichen Grüssen u. einem Kuss meinem lieben Kleeblatt verbleibe ich Dein Dich herzinnig liebender

Fritz.

Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, W 054/128.1

 

Briefpapier Grand Hotel

Mittwoch, 11. April 1917 – Interniertenlager in Château d’Oex

Der Psychiater Franz Beda Riklin leistete in den Waadtländer Alpen Dienst. Er leitete in Château-d’Oex ein Interniertenlager u.a. für englische Offiziere und hatte sich im Grand Hotel einquartiert, was er sich eigentlich nicht leisten konnte (s. weiter unten).

Während des Ersten Weltkriegs beherbergte die Schweiz über 12’000 Kriegsverletzte aller Parteien in verschiedenen Luftkurorten der deutschen und der welschen Schweiz.

Über seinen Einsatz schrieb Riklin in einem Brief vom 8. April 1917: Mein Vorgänger ist ein Arzt von hier, der genug hat, aber mir noch in Musse alles zeigen kann. […] Was schert mich im Grunde dieser Betrieb. Ich bin eine Art Anstaltsdirektor od. dgl., u. offenbar auch eine Art Diplomat. Ich fange erst morgen um 9 Uhr an zu arbeiten und bin im übrigen vollständig Einzelwesen [?].

Manchmal dauerte die Tätigkeit bis abends spät, wie er zwei Tage später schrieb: Es war schlimm, gestern nochmals bis fast Mitternacht aufbleiben zu müssen; aber es kam von Vevey der noch höhere Offizier, ein Major de la Harpe, der mich sehen wollte. Ich habe hier eine eigentümliche Stellung, die ich zuerst noch erfühlen muss; jedenfalls ist es für mich persönlich mehr eine diplomatische u. administrative Stellung; rein ärztlich habe ich nichts zu tun. Es muss mehr jemand da sein, der zur Sache sieht und eine Instanz ist. […] Ich werde hier isoli[e]rt bleiben müssen, denn die Engländer sind hier Internierte u. Klatschbasen u dgl., u. da muss ich würdevolle Distanz behalten. Also muss ich mehr in die Ferne denken. Ich rede dann zum mindesten den bessern englischen Akzent als die Herren hier, was auch die engl. Offiziere angenehm bemerkten.

Am 11. April schrieb Riklin gleich zwei Briefe an seine Ehefrau, hier der eine:

Chateau d’Oex, 11. April 1917.

Liebster Schatz!

Heute regnets wieder u. ist kalt. Gestern war ich zu Inspektion in Rougemont. das ist ein  noch unverdorbenes Dorf, mit einem [unlesbar] u. hübschem Schlössli u. Kirche. Ich lasse mir von den behandelnden Ärzten alle Leute vorzeigen u. sehe die verschiedenen Kriegsfolgen, zunächst am Leib: Glasaugen, amputi[e]rte Beine, Lähmungen, grosse Narben, das ganze Heer der Krüppel. Zweitens allerhand interne Übel. Drittens sieht man ziemlich viel Alkoholismus. Die alten Kastenoffiziere sind durchschnittlich widriger u. ungebildeter als die der sog. neuen Armee. Aber man fragt sich doch, in was für eine Welt von Geistiger [sic] Armutei [sic] man hineingeraten ist. Anderseits hat man durch die Leute den Kontakt mit allerhand Ereignissen: Fliegerkämpfen, [Wortanfang gestrichen] und bekannten Daten der Kriegsgeschichte. Es sind auch Gurk[h]as hier mit ihrem religiösen E[th]os [?] u. Begräbniszeremoniell, Kanadier, Australier, Irländer u.s.f.

Ich habe heute Fr. 50.- auf den Postcheckkonto einbezahlt, vorläufig der Betrag, den ich mitgenommen hatte.

Es gibt Tage, wo ich doch ziemlich viel zu tun habe; ich bin den Anstalts- & Familienpflegebetrieb doch nicht mehr so gewohnt.

Ich will heute noch den Kindern schreiben.

Nimm für den Moment mit diesem Vorlieb [sic], da man zum Essen klingelt, u. ich bin ausserordentlich begierig, was in Morcote ist, u. was mein lieber Schatz dort erlebt.

Mit den herzlichsten Grüssen

Dein treuer

Franz

Der andere Brief des Tages lautete so:

Ch. d’Oex, 11. April 1917.

Liebster Schatz!

Heute vormittag kam Dein erster Brief mit all den guten Nachrichten. Jetzt fährst Du gerade nach Morcote, bist schon bald in Lugano u. hast schönes Reisewetter. Vorläufig ist es hier nicht uninteressant, man sieht in einem Menge neue Verhältnisse hinein. Natürlich wiegt das Administrative vor. Aber es ist auch lustig, zu sehen[,] wie alles auf Englisch aussieht. Ich habe mir eben eine englische Ordonnanz geben lassen; es sieht besser aus, u. ich erfahre auch, wie der Soldat u. Mann aus dem Volk dort denkt. Gestern habe ich etwas billigere Pensionen angesehen, 6-7 frs.; die Zimmer sind recht; aber die Eigentümer sehen nach meinen Begriffen etwas grusig [schweizerdeutsch für unappetitlich] aus u. das Mobiliar auch ein wenig, sodass ich fast stutzig geworden bin. Ich sehe mir jetzt noch eine an.

Mein ganzer Sold beträgt sogar frs. 21.50 cts pro Tag.

Also die «Verkündigung» [Titel eines von Riklin gemalten, verkauften Bildes] ist verreist. Von hier aus empfinde ich merkwürdig wenig dazu, obwohl ich weiss, dass viel Kühnheit u. Wagen im Bilde ist.

Gestern kam mir der Gedanke wieder, ganz impressionistisch – od. expressionistisch über innere u. äussere Eindrücke hier zu schreiben. Das gäbe noch ein wenig Geld u. wäre eine Verarbeitung von dem, was ich doch aufnehmen muss. Der Gegensatz zwischen Muss und dem freien Annehmen der Eindrücke würde gemildert. Material wäre reichlich da, wenn man aus allem etwas formen könnte.

Malen kann ich noch nicht. Das Wetter war zu schlecht u. das Zimmer im Hotel nur abends etwas geheizt. Heute ists [sic] schön, aber wir machen eine Inspektionsreise.

Herzliche Grüse von Deinem treuen

Franz.

Zu Franz Beda Riklin vgl. auch die Beiträge vom 20. und vom 26. Juli 1916.

Zu den Internierungen in der Schweiz vgl. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D8704.php

Nächster Beitrag: 13. April 1917 (erscheint am 13. April 2017)

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 106 (Briefe von Franz Beda Riklin an seine Ehefrau, 1917; Texte und Beitragsbild)

Briefkopf Wenner

Mittwoch, 7. März 1917 – Ehekorrespondenz

Fritz Wenner schreibt an seine Ehefrau – Papiertaschentücher waren noch nicht erfunden:

Fratte [di Salerno, Süditalien, Wohnort von Fritz und Maria Wenner-Andreae], 7. März 1917.

Mein liebes Frauchen

Ich hoffe es geht Dir immer besser u. dass Du ordentliche Nächte habest; ebenso die Kleinen. Durch Max Salis hörte ich, dass Du am Montag bei seiner Frau warst, u. das ist mir ja ein gutes Zeichen. – Also ich denke[,] Euch morgen früh zu sehen; aber am Abend muss ich wieder zurückreisen, damit ich am Freitag tüchtig hier arbeiten kann; denn es giebt [sic] in diesen Tagen recht viel zu tun und mann wird so wie so während der Arbeit immer so häufig gestört, dass es nicht viel ausgiebt. – Die Wäsche schicke ich Dir durch unsern Kurier. Brot, Honig u. Mellins’s Food hoffe ich Dir selbst morgen zu bringen. – Ich wäre Dir dankbar, wenn Du mir gelegentlich ein Dutzend ganz einfacher Taschentücher (nicht zu gross u. mittelfein) besorgen könntest, denn ich bin sehr schlecht drank in diesem Artikel, natürlich ohne gestickten Namen, da es sonst zu lange gehen würde, denn ich möchte sie gerne bald haben. – Grüsse alle Lieben von mir tausend mal [sic], besonder die l. Bübchen u. sei Du selbst von ganzen Herzen umarmt von Deinem Dich innigst liebenden

Maritino.

In einem früheren Brief vom 26. Februar 1917 verabschiedete sich Fritz Wenner mit den Worten: Mille bacioni a tè[,] Gianni e Dimy [die Söhne Giovanni und Diethelm]! Es umarmt Dich in Eile[,] aber von ganzem Herzen Dein Fritz.

Maria Wenner-Andreae weilte zusammen mit ihren beiden ältesten Söhnen, Giovanni (genannt Gianni) und Diethelm (genannt Dimy/Dimi) im Parker Hotel in Neapel. Sie war in dieser Zeit zum dritten Mal schwanger. Valentin (genannt Pipo) Wenner kam im Sommer 1917 zur Welt.

Zu Fritz und Maria Wenner-Andreae vgl. auch die Beiträge vom 12. Januar 1916 und vom 24. Januar 1916.

Ein weiterer Beitrag zum Ehepaar, diesmal mit einem Brief von Maria Wenner-Andreae an ihren Ehemann wird am 13. April erscheinen.

Mellin’s Food war ein spezielles Kleinkinder-Milch-Getreidepräparat, hergestellt in Boston USA, vermutlich ähnlich wie das Nestlé-Kindermehl aus Lausanne.

Nächster Beitrag: 8. März 1917 (erscheint am 8. März 2017)

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 054/128.1

Ehemuendigkeit

Freitag, 6. Oktober 1916 – Gnade für Heiratswillige

Strassenbauplanungen beschäftigten den Regierungsrat an diesem Tag: Gegen den Bau der Vilterser Bergstrasse war ein Rekurs eingegangen (Nr. 2241), und die Gemeinde Tablat verlangte einen Staatsbeitrag betreffend die Notkerstrasse (Nr. 2242). Der Winter nahte, was eine ganze Reihe von Gemeinden bewog, Gesuche um Holzschlagbewilligungen einzureichen (Kaltbrunn unter Nr. 2252, Rapperswil unter Nr. 2253, Ortsgemeinde Rüttiberg unter Nr. 2254, Ortsgemeinde Wil unter Nr. 2255, Ortsgemeinde St.Margrethen unter Nr. 2256, Ortsgemeinde Wangs unter Nr. 2257, Ortsgemeinde Flums-Grossberg unter Nr. 2258, Ortsgemeinde Flums-Dorf unter Nr. 2259, Oekonomische Gemeinde Flums unter Nr. 2260 und Ortsgemeinde Sevelen unter Nr. 2261).

Ausserdem bat Josef Anton Niedermann erneut um eine Ehemündigkeitserklärung. Seine erste diesbezügliche Petition war (vgl. Nr. 1968 vom 25. August 1916) abgelehnt worden: Diesmal machte er geltend, dass er noch einen weitern schwerwiegenden, resp. Hauptgrund, für die Bewilligung der Ehemündigerklärung vorzubringen habe, indem nämlich seine Braut, Maria Theresia Krügle, sich in Schwangerschaft befinde. Gesuchsteller habe diesen Umstand, wenn möglich, verheimlichen wollen, sehe sich nun aber genötigt, denselben im Interesse der baldmöglichsten Verehelichung nachträglich noch mitzuteilen. Da Petent, als ehrlicher und gewissenhafter Mann, verhüten wolle, dass seine Braut in schlechten Ruf gerate, wünsche er, sich noch vor dem 30. Oktober l. J. mit ihr zu verehelichen, da er an diesem Tage zum Grenzbesetzungsdienste einzurücken habe. Andernfalls müsste die Heirat bis zum Januar des nächsten Jahres verschoben werden und da wäre die Braut schon bald der Geburt nahe. Auf diese Begründung hin zeigte sich der Regierungsrat ein Einsehen und bewilligte das Gesuch (Nr. 2245). Alle Beschlüsse dieses Tages sind nachfolgend aufgeführt.

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte)

 

Dienstag, 3. Oktober 1916 – Vaterschaftsklage einer ledigen Mutter

Beim folgenden Zitat handelt es sich um die Fortsetzung der unter dem 12. August 1916 im St.Galler Polizeianzeiger erschienenen Anzeige betreffend Aufenthaltsnachforschung des Friedrich Justin Elser. Der Beklagte war gemäss Gerichtsprotokoll als Monteur im Ausland tätig und mittlerweile an der Ulmerstrasse 113 in Augsburg wohnhaft.

Von Anton Edwin Schumacher, dem ausserehelich geborenen Büblein, ist kein Bild überliefert. Die Strassenszene mit Kindern und Kinderwagen aus der Stadt St.Gallen steht sinnbildlich.

Die Klägerin hatte auf Grund des Leitscheins Tablat vom 3./27. Oktober 1916 am 4. Dezember [1916] den Vaterschaftsprozess gegen den Beklagten einschreiben lassen mit dem Rechtsbegehren auf Zusprache einer Alimentation von monatlich Frs. 30.- bis zum 18. Lebensjahr des Kindes und einer Entschädigung an die Entbindungskosten von Frs. 300.-. Im Verlaufe des Instruktionsverfahrens unterzeichnete der Beklagte, der seinerzeit vor Vermittleramt nicht erschienen war, am 12. März [1917] nachstehende Erklärung:

„1. Ich Unterzeichneter Elser Friedrich Justin, von Gossau, Kt. St.Gallen anerkenne hiemit, der Vater des von der Klägerin Schuhmacher Sophie, Näherin, St.Fiden am 4. Oktober 1915 geborenen Kindes Anton Edwin zu sein.

2. Ich anerkenne eine Forderung der Klägerin im Betrage von Frs. 300.- für Kindbettkosten etc., sowie für Lohnausfall vor und nach der Geburt.

3. Ich verpflichte mich, für das Kind eine monatliche Alimentation, monatlich vorauszahlbar, bis zu dessen erfülltem 18. Altersjahr zu bezahlen.

4. Gestützt auf diese Klageanerkennung soll der Fall am Protokoll des Bez. Gerichtes Tablat abgeschrieben werden.

5. Ich übernehme die erlaufenen Gerichtskosten.“

In einem Nachtrag vom 17. März erklärte er sich damit einverstanden, dass die monatliche Alimentation für das Kind auf Frs. 30.- festgesetzt werde.

Mit dieser Klageanerkennung ist die Beurteilung hinfällig geworden und der Fall somit unter Ueberbindung der erlaufenen Kosten auf den Beklagten am Protokoll abzuschreiben.

Der Beklagte hatte für die Gerichtskosten insgesamt Fr. 48.80 zu bezahlen. Diese setzten sich aus den Beträgen für die Gerichtsgebühr (Fr. 10.-), die Instruktionskosten (Fr. 26.70), die Kanzleikosten (Fr. 9.50), die Kosten für den Gerichtsweibel (Fr. 1.-) und für Barauslagen (Fr. 1.60) zusammen.

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, G 1a.7.1 (Bezirksgericht Tablat, Zivilprotokolle, Sitzung vom 19. März 1917, Auszug) und ZMA 18/01.06-18 (Auszug aus einer Foto, vor 1925)

Sonntag, 17. September 1916 – Der Arbeitersekretär macht sich Gedanken zum eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag und entwickelt Familienfotos

Von Josef Scherrer geknipstes und selbst entwickeltes Bild vom Familientreffen am Bettag 1916 in Wittenbach bei seinen Eltern. Das Bild ist hinten in einem seiner Tagebücher eingeklebt.

Eidgenössischer Dank-, Buss- & Bettag.

Der eidgenössische Dank-, Buss- & Bettag kehrt zum drittenmal in der Kriegszeit. Tod und Schrecken sind rings an den Grenzen unseres Landes an die Stelle des Friedens getreten. Ein Ende des Ringens der Völker ist nicht zu denken. Da müssen wir Schweizer Gott, unserem einzigen Schirmherrn und König, mit umso grösserer Liebe danken, dass er unser Land nicht in den Krieg führte, sondern gnädiglich verschonte. Wir haben diese Gnade zwar nicht verdient, nicht verdient hat sie unser Volk und zuletzt ich selbst. Wir hätten eigentlich die gleichen Strafen verdient wie die übrigen Völker! Denn auch unser Vaterland ist von den alten Fehden der ewigen sittlichen Normen abgewichen. Mit bangem Herzen denkt man in dieser Gerichtsstunde daran. Möge Gott der Herr uns auch fernerhin, für uns und unsere Kinder das hohe Gut des Friedens bewahren!

Am Morgen empfange ich gemeinsam mit meiner lieben Gattin in der Kathedrale in St. Gallen das heiligste Altarsakrament. Oh wie unendlich gut ist doch Gott, dass er sich mit uns sündigen schwachen Menschen in der heiligen Brotsgestalt vereinigt und sich uns zur Seelennahrung gibt. Ich opfere die heilige Kommunion auf in erster Linie für meine herzensgute, treue und liebe Gattin, die vor ca. 15 Tagen durch Gottes Willen wieder Mutter geworden ist. Ich bete auch für meine Kinder, meine Eltern, Geschwister und Verwandten. Möge Gott sie alle auf dem rechten Wege führen und sie einst in das ewige Vaterland einziehen lassen.

Am Nachmittag gehen wir alle zusammen zu meinen Eltern nach Wittenbach. Ich freue mich immer darauf[,] auch meinen lieben Eltern einige Stunden zu widmen. Ich bin immer so stark engagiert, dass ich ja nur selten das grosse Glück habe, mit meiner Familie den ganzen Sonntag teilen zu können. Heute konnte ich das wieder einmal. Wittenbach ist immer noch ein liebes trautes Dörfchen. Tausend Jugenderinnerungen verbinden mich noch mit meiner eigentlichen Heimat. Denn da, wo man geboren und aufgewachsen ist, da grüsst die Heimat. Ich will damit nicht meinen Bürgerort Mosnang an zweite Stelle setzen. Mosnang mochte für meine Ahnen die Heimat sein, ich kenne es nicht und muss mich eigentlich schämen, noch nie meine Heimatgemeinde gesehen zu haben. In den Kirchturm hat vor einigen Wochen der Blitz eingeschlagen und bedeutenden Schaden verursacht. Man ist gegenwärtig daran, den Schaden zu reparieren.

Meine Mutter ist verhältnismässig ordentlich daran, meinem Vater geht es augenscheinlich nicht gut. Er hat sehr gealtert. Die Tage des Alters mit allen Gebrechen haben begonnen und ich bete zu Gott, dass er meinen lieben Eltern in den vielen Widerwärtigkeiten Trost und Geduld geben möge. Meine Eltern haben nur ein Leben der Sorge durchgekostet, besonders meine[r] liebe[n] Mutter möchte doch die Sonne noch etwas scheinen an ihrem Lebensabend!

Ich fotografiere noch die ganze Gruppe, ob die Bilder etwas werden, ich weiss es nicht, denn ich arbeite auf diesem Gebiete bis jetzt bedenklich schlecht! Möchte der heutige Tag aber doch in einem schönen Bildchen für immer festgehalten sein.

Der Abend führt uns zurück nach dem Krontal, wo wir seit Mai 1916 unsere Niederlassung genommen haben. Die Kinder und meine liebe Gattin, alle meine Herzlieben sind müde und gehen bald ins Bett. Ich gönne mir noch keine Ruhe, denn die aufgenommenen Bildchen müssen noch entwickelt sein! Die kommende Woche würde ich hiezu doch keine Zeit finden.

Gott, ich danke dir für den heutigen, so schönen Tag! Mögen solche Tage, die nur der Familie gehören, wiederkehren und möge der rotleuchtende Liebesmorgen immer bleiben, bis ein feierlicher Abend blinkt zum ewigen Start!

Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, W 108/1 (Text und Bild)

Kantonsgericht

Samstag, 16. September 1916 – Die Haarnadel im Bett: Ehescheidung anno 1916

Kantonsgericht.

Die Tagesordnung des Kantonsgerichts und seiner Kammern für die Oktober-Session enthält folgende Rechtsfälle: Anfechtung einer Erbteilung und Schenkung 2, Haftpflicht 1, Hehlerei 1, Diebstahl 1, Ehescheidung 3, Vaterschaft 3, Verleumdung 1, Forderung 8, Eigentum und Aussonderung 1, Anfechtung 1, Eigentum und Vindikation 1, Grenze 1.

 Ehescheidungsurteile früherer Zeit enthalten in der Regel ausführliche Beschreibungen der Lebensverhältnisse der betreffenden Ehepaare, so auch im folgenden Fall, der am 3. Oktober 1916 vor dem Kantonsgericht verhandelt wurde:

[…]

1.) Die Parteien verehelichten sich am 15. April 1907 in St.Gallen. Nachdem sie vorübergehend an verschiedenen Orten gewohnt hatten, nahmen sie Domizil in Wil. Hier eröffnete der Beklagte eine mechanische Bohrerschleiferei, mit welchem Unternehmen er prosperi[e]rte & ein schönes Einkommen erzielte.

2.) Im April 1915 verlangte die Klägerin die Scheidung der Ehe. Sie machte ihrem Manne wesentlich zum Vorwurf, dass er gegen sie fortgesetzt grob, lieblos & herrisch gewesen [sei], sie sogar roh beschimpft & geschlagen habe. Einen Meinungsaustausch über die Fragen des täglichen Lebens habe er nie geduldet. Stets habe es nur geheissen «Halt’s Maul!» Auch sei […] Alkoholiker, der durchschnittlich jede Woche ca. 50 Flaschen Bier daheim konsumiert habe, überdies noch jeden Abend in’s Wirtshaus gegangen sei. Der Beklagte machte wesentlich geltend, dass ihm die Klägerin mit einer ganz unmotivierten Eifersucht viel Aerger, Verdruss & aufregende Scenen bereitet habe. Für die Schwierigkeiten und Mühsale seines Existenzkampfes habe sie wenig Verständnis gezeigt, im Gegenteil, ihm dieselben noch erschwert. Aus Adelsstolz habe sie sich nicht bemüht, ihren Aufgaben in jeder Beziehung gewachsen zu werden (Klägerin sagt in ihrem «Lebenslauf», act. 36, sie entstamme einer altadeligen, aber verarmten Familie der Gemeinde Wattwil). Trotz ihrer Realschulbildung habe Beklagter sie nicht dazu bringen können, ein Haushaltungsbuch richtig zu führen. Die krankhafte Eifersucht seiner Frau habe von Tag zu Tag bedenklichere Formen angenommen: das einemal habe sie in seinem Bette angeblich eine Haarnadel gefunden, das anderemal sollte wieder eine ihrer Freundinnen bei ihm geschlafen haben. Sei gar eine weibliche Person in sein Bureau gekommen, ob verheiratet oder ledig, habe die Frau gewiss an der Türe gehorcht oder den Kopf hereingestreckt. Wenn er ihr hierüber Vorstellungen gemacht, habe sie sich auf den Boden gelegt, die Haare ausgerauft & sich ganz unsinnig benommen. Wenn er dann zu ihr gesagt, sie solle sich nicht benehmen wie ein «Gof» [Kind], sei sie aufgesprungen & habe um Hilfe geschrieen [sic], um so den Anschein zu erwecken, als habe er sie misshandelt. Solche Auftritte seien vielfach vorgekommen. Die Kinder seien der Frau nur eine Last gewesen. Wenn sie ihre Laune gehabt, so hätten sie Namen zu hören bekommen, die nur eine moralisch ganz verkommene Person aussprechen könne. Die Kindererziehung, so wie die Ordnung seien auf dem tiefsten Punkte gestanden. Von einer Wiedergabe aller Details der gegenseitigen Vorhalte & der Aussagen der einvernommenen Zeugen wird, unter Verweisung auf die Instruktionsakten & das erstinstanzliche Urteil, in diesem Urteil Umgang genommen, da es sich heute nur noch um die Beurteilung einiger Folgen der Ehescheidung handelt.

3.) Die Klägerin hat in ledigem Stande ausserehelich geboren. Sie behauptet, sie habe von diesem Fehltritt dem Beklagten Mitteilung gemacht, was von diesem bestritten wird. Sie gibt ferner zu, dass sie währen d der Zeit ihres Getrenntlebens vom Ehemann mit dem verheirateten Conditor […] in Lichtensteig in der Zeit vom 18. XII.1914 bis Anfang Februar 1915 etwa 5 Mal geschlechtlich verkehrt habe. Drei ärztliche Gutachten erklären, die Klägerin sei in geistiger & sittlicher Beziehung eine minderwertige Person (act. 29, 30 & 31 der Ehescheidungsprozedur). […]

Das Kantonsgericht befand, die Eheleute hätten ungefähr in gleichem Masse Schuld an der Zerrüttung ihrer Beziehung, und liess das Urteil der Vorinstanz, des Bezirksgerichts Wil, im Wesentlichen bestehen. Aussergewöhnlich war in diesem Fall einzig, dass die Kinder dem Vater zugeteilt wurden. Üblicherweise wurde bei einer Scheidung der Mutter das Sorgerecht zuerkannt, so wie im zweiten Fall, den das Kantonsgericht am 4. Oktober 1916 behandelte:

[…]

1.) Die Parteien haben nach zweijähriger Bekanntschaft im August 1906 zu Affoltern am Albis die Ehe miteinander abgeschlossen. Der Beklagte arbeitete als Schreiner, während die Klägerin in der Seidenindustrie als Andreherin beschäftigt war. Aus der ehe sind 3 Mädchen hervorgegangen. Im erstinstanzlichen Instruktionsverfahren hat die Klägerin vorgebracht, dass sie schon bald nach der Heirat die Wahrnehmung gemacht habe, dass der Beklagte die eheliche Treue nicht hielt. Er habe sich mit verschiedenen Frauenspersonen von zweifelhaftem Rufe eingelassen. Da er aber trotzdem immer gut zur Klägerin gewesen sei, habe sie von der Einleitung einer Scheidungsklage abgesehen. In Uzwil habe er sich lange recht gut gehalten. Seit der Mobilisation befinde er sich im Militärdienst; er wolle nicht mehr arbeiten, obwohl er in Uzwil gutbezahlte Arbeit haben könnte. Ausser dem Militärdienst halte ihn auch noch eine gewisse […] im Jura fest. Bei dieser Frau habe er 14 Tage lang ein Zimmer gehabt & seither habe in seiner Freizeit hie & da in ihrem Bette geschlafen, was sie in einem Briefe selbst zugegeben habe. Die Lust, mit einem so ungetreuen Manne weiter zu leben, sei der Klägerin nun vergangen, zumal der Beklagte für seine Familie nicht mehr sorge. Er ziehe das Militärleben einem geordneten Familienleben vor, um ein ausschweifendes, sinnliches Leben zu führen. Der Beklagte bestritt, mit andern Frauenspersonen Umgang gepflogen zu haben. In Uzwil habe er sich um Arbeit bemüht, aber er hätte nur schlecht bezahlte Arbeit erhalten, welcher er den Militärdienst vorgezogen habe, weil dann seine Familie zum Bezug der Notunterstützung berechtigt gewesen sei. Das eheliche Verhältnis sei früher ein leidliches gewesen.

[…]

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, P 907 (Die Ostschweiz, Nr. 216, 16.09.1916, Morgenblatt), G 15.7.1, Zivilprotokoll des Kantonsgerichts, Juli –Dezember 1916, S. 395ff und S. 421ff.

Auszug aus Briefkopf

Freitag, 25. August 1916 – «a rostigs Polizistli» und Heiratsverbot für Unmündige

Der Regierungsrat blieb hart. Das Gesuch des19¾ Jahre alten Josef Anton Niedermann um Ehemündigkeitserklärung wies er ab. Er beurteilte die vorgebrachten Gründe nicht als dem Sinn und Geist des Gesetzes entsprechend: Die Verlobten hätten, in Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen über das Heiratsalter, bereits alle erforderlichen Vorbereitungen für die Gründung eines eigenen Hausstandes getroffen, so die Anschaffung des Hausrates, die Mietung der Wohnung auf den 15. September 1916, die Beschaffung von Holz und Kohlen, etc. Die Eltern der Verlobten seien mit der sofortigen Heirat einverstanden, und es rechnen die Brautleute um s eher auf Entsprechung ihres Begehrens, als sie noch für die Einführung des «Brautfuders» aus der badischen Heimat der Braut besorgt sein müssen. (Nr. 1968)

Mehr Gehör hatte der Regierungsrat für einen Landjäger, der sich in seiner Dienstehre verletzt fühlte. Der Polizist war in der Krone in Waldkirch von einem Wirtshausgast unter anderem als rostigs Polizistli beschimpft worden. (Nr. 1969)

Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und ZMH 64/291 (Auszug aus Briefkopf der Lithographie- und Prägeanstalt Othmar Hagmann, St.Gallen von 1904)