Landjäger Schällibaum, Eintrag in Korpskontrolle

Freitag, 30. Juni 1916 – Polizist fühlt sich in seiner Dienstehre verletzt

Landjäger Ulrich Schällebaum in Widnau verlangte beim Regierungsrat die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen einen Schifflisticker: Am 24. Mai 1916 sei an das Polizeikommando geschrieben worden, dass der Kläger tageweise in Landjägeruniform heue, seines Amtes unkorrekt walte und sich überhaupt so aufgeführt habe und noch aufführe, dass es ihm nicht mehr möglich sei, des Nachts ohne Begleiter auf die Strasse zu gehen. Dieses Schriftstück sei mit «Ludwig Sieber, Sticker, Egetholz»  unterzeichnet gewesen. Der von Wachtmeister Keller gemäss Auftrag des Polizeikommandos erfolgte nähere Untersuch habe indes ergeben, dass nicht Sieber, sondern der Beklagte Ferdinand Köppel den Brief geschrieben habe. Durch die im eingeklagten Schreiben enthaltenen Vorhalte sehe sich [der] Kläger an seiner Dienstehre angegriffen und fühle sich verpflichtet, dagegen die Intervention des Richters anzurufen. Das Schriftstück, das eine falsche Anschuldigung und eine Fälschung einer Privaturkunde darstelle, sei der Rachsucht seines Urhebers entsprungen, da der Kläger sich verschiedentlich veranlasst gesehen habe, gegen Köppel wegen Trunkenheit, Skandal, Eigentumsbeschädigung und Renitenz Polizeirapporte zu erstatten. Köppel sei wegen dieser Delikte auch vom Gemeinderat Widnau bestraft worden. (Nr. 1535)

Ulrich Schällebaums Eintrag in der Korpskontrolle der St.Galler Landjäger sieht folgendermassen aus, in Widnau war er von 1914 bis 1918:

Landjäger Schällibaum in KorpskontrolleAusserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und KA R. 102 B 5.3 (Landjägerkorps: Etat 1890-1925)

Innovationspreis für «Zeitfenster 1916»

Der History Blog des Staatsarchivs St.Gallen gehört zu den diesjährigen Preisträgern des Innovationspreises der Staatsverwaltung des Kantons St.Gallen. Das Projekt wurde mit dem 3. Rang ausgezeichnet. Die Jury lobte, dass der Zeitfenster-Blog schwere Geschichte leicht verdaubar vermittle.

Innovationspreis UrkundeDas «Zeitfenster 1916» hat uns zu «Statistikjunkies» gemacht: Über 60’000 Klicks auf die Website seit Anfang 2016 und mehr als 260 Followerinnen und Follower auf Twitter können wir nachweisen. Das ist eine stattliche, nicht erwartete Bilanz für ein Projekt, das im Wesentlichen alte Geschichten aufwärmt. Wir freuen uns sehr über das Interesse an den Beiträgen und wünschen uns für die zweite Hälfte des Jahres weiterhin solchen Zuspruch.

Als fleissige Blogleserinnen und -leser haben Sie wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen – wir danken Ihnen herzlich und wünschen Ihnen weiterhin viel Vergnügen an und Interessantes in unseren Beiträgen. Und wir danken all jenen jetzt schon, die auch künftig Werbung für das «Zeitfenster 1916» machen!

Herzliche Grüsse

Die Projektbeteiligten aus dem Staatsarchiv und der Staatskanzlei des Kantons St.Gallen

Zur Medienmitteilung: http://www.sg.ch/news/1/2016/06/projekt-gegen-fachkraeftemangel-gewinnt-innovationspreis.html

 

 

Donnerstag, 29. Juni 1916 – Der Krieg bereitet auch den Elektrizitätswerken Sorgen

Auszug aus dem 2. Quartalsbericht (März bis Mai 1916) des Direktors der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke SAK zuhanden des Verwaltungsrates:

Kommentar

zu Seite 1 des II. Quartalrapportes (pro März-Mai 1916)

Die Stromkonsumabnahme von 13,1% gegenüber dem I. Quartal ist eine anormal grosse (als normal darf die letztjährige Differenz von rund 5% bezeichnet werden); sie erklärt sich in der Hauptsache aus der ausserordentlich ungleichmässigen, stossweisen Produktionstätigkeit unserer Industrie, bedingt durch die wiederholten Hemmungen in der Rohmaterialzufuhr. So hatten wir im I. Quartal, d.h. zu Beginn des Winters, eine momentane ausserordentliche Steigerung gewisser industrieller Produktionen zu verzeichnen und in Verbindung damit ein rapides Anwachsen des Kraftbedarfes. Schon seit Februar aber und bis zum Monat Mai hat diese Hausse sich allmählich wiederum in eine Depression umgewandelt, und dementsprechend sind auch unsere Stromabsatzziffern ständig gesunken.

Es handelt sich demnach bei dem prozentualen Missverhältnis zwischen den Konsumziffern des ersten und zweiten Quartals um die Einwirkung von Faktoren, die in den anormalen wirtschaftlichen Zuständen begründet, somit durchaus vorübergehender Natur sind und keinerlei Schlüsse auf den weitern Verlauf unserer Stromabsatzkurve zulassen. Im allgemeinen kann ja, ungeachtet der durch den Handelskrieg verursachten Schwankungen, ein stetig steigender Stromabsatz konstatiert werden; so haben wir im Berichtsquartal immerhin noch eine Mehrabgabe von ca. 755000 kWh gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres zu verzeichnen.

[…]

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, B 001/2-2.6-2 (Protokoll) und B 001/6-1.1-53.01 (Dampfturbine im Elektrizitätswerk Kubel mit einer Leistung von 3000 PS, in Betrieb von 1907 bis 1931)

Mittwoch, 28. Juni 1916 – 10% mehr Lohn für Glasergehilfen

Jakob Jäger wurde am 25.01.1874 in Stein am Rhein (SH) geboren. Er machte eine Lehre als Zimmermann und zog 1900 nach St.Gallen, wo er gewerkschaftlich aktiv wurde. Von 1903 bis 1910 war er Präsident des Zentralverbandes der Zimmerleute der Schweiz. Sein Nachlass kam als Teil des Unia-Gewerkschaftsarchivs ins Staatsarchiv St.Gallen. Mit folgendem Schreiben verlangten die Glasergehilfen in St.Gallen von ihren Arbeitgebern eine Teuerungszulage von 10% und begründeten diese:

St.Gallen, den 28. Juni 1916.

Mit dieser Eingabe gestatten wir uns, an Sie das Ansuchen zu stellen, Sie möchten den Arbeitern eine Teuerungszulage von zehn Prozent zu dem bisherigen Lohn gewähren.

Zur Begründung brauchen wir nur auf die durch den Weltkrieg so enorm verteuerte Lebenshaltung hinzuweisen, auf die ganz bedeutende Steigerung der Preise der Lebensmittel und der Gebrauchsgegenstände. Man hat ausgerechnet, dass der Familienunterhalt sich um 30 bis 50 Prozent kostspieliger gestaltet hat. Und immer noch ist kein Ende abzusehen. Wie soll der Arbeiter sich in dieser Zeit ehrlich und recht durchschlagen? Wie soll er für sich und seine Familie die notwendigen Lebensmittel beschaffen, dass alle Familienmitglieder genügende Nahrung erhalten und keines infolge Unterernährung an der Gesundheit Schaden leidet? Der Arbeiter hat über nichts anderes zu verfügen als über seine Arbeitskraft und den für dieselbe bezahlten Lohn, aus dem er alles und jedes bestreiten muss, mag es noch so viel kosten.

Weil das bei der jetzigen Teuerung und Lohnzahlung absolut unmöglich ist, bleibt auch den Glasergehilfen nichts anderes übrig, als sich an die Arbeitgeber zu wenden mit dem Gesuche, in Würdigung der besonders für die Arbeiterschaft so schwierigen Zeitverhältnisse die Zulage von 10 Prozent zu gewähren. Wir geben gerne zu, dass auch der Gewerbestand unter all den schlimmen Kriegsfolgen leidet, aber die Situation ist für ihn doch bedeutend besser, es stehen ihm noch andere Wege, andere Möglichkeiten offen, so die Preiserhöhung für Produkte, welche in den meisten Berufsbranchen erfolgt ist, in welchen den Arbeitern Teuerungszulagen gewährt wurden.

Wir geben uns der Erwartung hin, Sie werden unser Gesuch einer wohlwollenden Prüfung unterziehen und ihm entsprechen. Allgemein wird ja die Berechtigung der Begehren um Lohnzulagen anerkannt. Eine ganze Reihe von Geschäften hat solche gewährt, auch Regierung und Stadtrat prüfen eine solche Zulage an die untern Angestellten und die Arbeiter. Da werden gewiss auch Sie nicht zurückstehen und dem durch die Not der Zeit diktierten Gesuche um Lohnerhöhung entsprechen. Die Arbeiter werden Ihr Entgegenkommen anerkennend würdigen und auch fernerhin die Geschäftsinteressen nach bester Möglichkeit wahrnehmen.

Mit aller Hochachtung!

[Stempel:] Holzarbeiter-Gewerkschaft St.Gallen

Wie ein Brief vom 1. August 1916 im gleichen Dossier belegt, waren die Arbeiter mit ihrem Begehren teilweise erfolgreich. Sie hatten sich bei den organisierten Schreinermeistern eine Teuerungszulage von zwei bis fünf Rappen pro Stunde erkämpft.

Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, W 240/1.3-10 (Korrespondenz im Nachlass von Jakob Jäger)

Postkutsche im Toggenburg, 1909

Dienstag, 27. Juni 1916 – Öffent-licher Verkehr im Toggenburg und Kommunalbericht zu Gossau

Der Bericht über die Kommunalnachschau der Gemeinde Gossau fiel immer noch nicht befriedigend aus: Hinsichtlich der politischen Gemeinde rügt der Bericht, dass der Übelstand im neu erstellten Archiv des Gemeindehauses (Souterrain) – Einlagerung von Munition und Nichtverstärkung der schwachen Mauerwand gegen den nördlicherseits an das Archiv anstossenden Kohlenbehälter – unverändert fortbestehe, welcher Übelstand in einem Brandfalle dem Archiv zum Verhängnis werden könnte. Über die Einhaltung der Wirtschaftspolizeistundeverlängerungen wurde an letzter Fasnacht wiederum keine Kontrolle geübt. Es konnte das Verzeichnis über die dem Fabrikgesetz unterstellten Geschäfte und betreffend die Baugerüste wiederum nicht vorgewiesen werden. Hinsichtlich der Strafrechtspflege wird bemängelt, dass bei den gemeindamtlichen Verhören kein bestimmter, bezw. ständiger, mit den strafprozessualischen Vorschriften und Formen vertrauter Verhörschreiber mitwirkt, sondern bald dieser, bald jener, und zwar in ein und demselben Straffall mitunter abwechselnd, ein Verfahren, das der Einheitlichkeit des Untersuchungsfalles nicht dient. (Nr. 1490)

Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit der Einführung regelmässiger Postautomobilkurse von Buchs ins Toggenburg als Ersatz für die Pferdepostkutschen (Nr. 1473) und weiteren Themen:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und W 238/07.00-10 (Ansichtskarte, Edition Photoglob Zürich, 1909)

Dienstag, 27. Juni 1916 – Gratulation zum 5. Hochzeitstag

Brief an das Ehepaar Gebhard (1870-1946) und Fanny Lutz-Giger (geboren 1876) von Theresia Messmer-Lutz (1872-1942):

St.Gallen, 27. Juni 1916.

Liebes 5jähriges Hochzeitspaar!

Herzlichen Glückwunsch zu den folgenden 4 ½ „Gsätzli“!

Lege Euch hiermit zeitgemäss ein „Pulverhorn“ bei; aber auch eine „Zither“ dazu; letztere zu mehrerem Gebrauch. In der „Ostschweiz“ erschien letzthin: „der alte Tiroler“ aus dies. Büchlein. Ist es nicht schön?

Mit herzlichem Gruss, in Erinnerung an den schönen Tag vor 5 Jahren

Diesem zu Ehren erlaube mir noch schnell auf dem Heimweg vom Köppel eine – Glace im Park. Würde sie noch lieber mit Euch gemeinsam d.h. jedem dann 1 Portion – einnehmen.

Nun ist Antoneli als Ersatz bei mir.

Adiö!

Das Hochzeitsessen vom 27. Juni 1911 entsprach dem in höheren bürgerlichen Kreisen vor dem Ersten Weltkrieg Üblichen.

Menu-Karte II

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 289/20-2 (Brief) und W 289/19-01.04 (Menukarte zum Hochzeitsessen 1911)

Montag, 26. Juni 1916 – Schönstes Wetter und Gewittersturm, der Arbeitersekretär geht mit seiner Familie spazieren

Am Abend gehe ich bei schönstem Wetter mit meiner

lieben Familie nach dem Wildpark „Peter und Paul“. Kurz nach der Dämmerung

bricht ein recht wilder Gewittersturm los.

Schweizerische Genossenschaftsbank.

Der Ausschuss besammelt sich zu einer kurzen Konferenz bezüglich

eventuellem Erwerb der Liegenschaft „Kürsteiner“.

Schreibe die Arbeitslosenunterstützungen heraus für den Hilfsfond. Erledige

diverse Korrespondenzen. Besorge diverse Beistandsgeschäfte.

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 108/1 (Tagebucheintrag von Josef Scherrer) und ZMA 18/02.00-02 (Aussicht vom Wildpark Peter und Paul in St.Gallen auf den Bodensee; Bild: Hans Gross, St.Gallen, nach 1907)

Kino in Wattwil mit Anzeige für Film zu Indien

Sonntag, 25. Juni 1916 – Sonntagsvergnügen und Alltagsjobs im Toggenburg

Am Sonntag, 25. Juni 1916, war im Neutoggenburg einiges los. Das Kino Helvetia in Wattwil zeigte Exotisches mit dem Film «Der Raub des indischen Tempel-Kleinods». Der Verkehrsverein Lichtensteig lud zur Hauptversammlung ein und vergass nicht zu erwähnen: Nichterscheinen zieht die statutarische Busse von 50 Cts. nach sich.

Anzeige Verkehrsverein Lichtensteig

Im Sternen in Hemberg trat am Sonntagnachmittag die sehr berühmte Streichmusik Ebnat auf, und gleichzeitig konnte man beim Kegelschieben 100 Fr. gewinnen.

Anzeigen 25-06 Kegelschieben

Wohl ernsthafter ging es beim Landwirtschaftlichen Verein Hemberg zu, der bei der Konkurrenz, in der Wirtschaft zur Sonne, eine öffentliche Versammlung mit einem Referat zur Herstellung von Silofutter abhielt.

Landwirtschaftlicher Verein

Auch Aushilfsjobs für Jugendliche waren im Bezirksanzeiger ausgeschrieben:

Gesucht. Ein fleissiger, der Schule entlassener Knabe findet dauernd Beschäftigung.

Gesucht: Junges, starkes Mädchen für Mithilfe in Haushalt und Wirtschaft. Zu erfragen bei der Exped. d. Bl. [Expedition des Blattes]

Gesucht: Treues, exaktes, zuverlässiges Mädchen, wenn auch noch der Anleitung bedürftig, zur Mithilfe in Haushalt und Geschäft, bei entsprechendem Lohn. Offerten sind zu richten an Frau E. Schefer-Bohl, Conditorei, Ebnat.

Gesucht: Junges, anständiges, braves Mädchen für Hausgeschäfte und Servieren. Nur solche mit guten Zeugnissen wollen sich melden. So, sagt die Expedition d. Bl.

Nicht zuletzt wurde auch ein sogenannter Brennabor-Kinderwagen angeboten. Die 1871 gegründete Firma Brennabor produzierte in der Stadt Brandenburg an der Havel Kinder- und Puppenwagen, Velos, Motorräder und Automobile. Mitte der 1920er Jahre war sie die grösste Autoherstellerin Deutschlands.

Anzeigen 26-06 Kinderwagen

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, Bezirks-Anzeiger für Neutoggenburg, Nr. 25, 24.06.1916

Informationen zur Firma Brennabor unter: http://www.stadt-brandenburg.de/kultur/museen/industriemuseum/

 

Samstag, 24. Juni 1916 – Lieber Most als teures und schlechtes Bier

Zur Zunahme des Mostkonsums.

Der Verband schweiz. Obsthandels- und Obstverwertungsfirmen hat bei 68 schweiz. Grossmostereien eine Erhebung über den Mostabsatz im Monat März 1916 durchgeführt. Dabei hat sich die gewiss interessante Tatsache ergeben, dass das während eines Monats abgesetzte Quantum Most nicht weniger als 30500 Hektoliter, d.h. 3,05 Millionen Liter betrug. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug der Absatz nur 9000 Hektoliter oder 0,9 Millionen Liter. Dieser mehr als dreimal grössere Absatz gegenüber dem Vorjahre hat im April und Mai nicht nur angehalten, sondern sich offenbar noch gesteigert. Zu dieser Erscheinung hat wohl das teurere und dabei schlechtere Bier nicht wenig beigetragen.

Die genannte Enquete hat aber noch ein weiteres bemerkenswertes Resultat zutage gefördert. Während im März 1915 von 608 Wirten 2271 Hektoliter Most bezogen wurden, machten im März 1916 nicht weniger als 2075 Wirte Bestellungen im Umfange von 7993 Hektolitern.

H.G.

Mosterei Schegg

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 248/82 (Rubrik „Kurze Mitteilungen“ in St.Galler Bauer, 3. Jahrgang, Heft 25, 24.06.1916, S. 417) sowie ZMH 40/017 und ZMH 10/001 (Briefköpfe)

Waisenanstalt Altstätten, um 1917

Freitag, 23. Juni 1916 – Wanzen in der Waisenanstalt Altstätten

Mit Eingabe vom 31. vorigen Monats stellt die katholische Armenverwaltung  Altstätten das Gesuch um Zuwendung eines Staatsbeitrages aus dem Reservefond für Kinder- und Waisenversorgung an die auf Fr. 347.16 berechneten Kosten der Neubemalung eines Schlafsaales im Waisenhaus. Der Grund der derzeitigen Vornahme der Bemalung des zirka 30 kleine Kinder unter 6 Jahren beherbergenden Schlafsaales soll in der Bekämpfung der fast unerträglich gewordenen Wanzenplage liegen, da das Bemalen das beste Wanzenvertilgungsmittel sei. (Nr. 1445)

So beginnt der Regierungsratsbeschluss Nr. 1445, die Fortsetzung des Texts sowie alle anderen an diesem Tag behandelten Geschäfte finden sich hier:

 

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und ZMH 02/009 (Reglement für das Katholische Waisenhaus Altstätten, um 1917)