Blumensträusschen

Freitag, 7. Juli 1916 – Auch Regie-rungsratsmitglieder wollen Sommerferien

In Ergänzung der in letzter Sitzung (No 1558) erfolgten Festsetzung der Ferientage für die Mitglieder des Regierungsrates wird Herrn Landammann Dr. Baumgartner gemäss seinem Wunsche ein Ferienurlaub vom 15. Juli bis 31. Juli gewährt. So heisst es im Regierungsratsbeschluss Nr. 1581 aus dem Jahr 1916. Die anderen Mitglieder des Kollegiums bezogen gemäss zitiertem Beschluss zu folgenden Terminen Ferien:

Herr Regierungsrat Dr. Mächler für 4 Wochen, beginnend mit 31. Juli 1916:

Herr Regierungsrat Riegg für 3 Wochen, ab 16. Juli 1916;

Herr Regierungsrat  Rukstuhl vorläufig für 8 Tage, ab 21. Juli 1916;

Herr Regierungsrat Schubiger, vorläufig für ca. 14 Tage im Monat August;

Herr Regierungsrat Hauser für 3 Wochen im Monat August;

Herr Regierungsrat Scherrer verzichtet zurzeit auf Festsetzung eines Urlaubes. (Nr. 1558 vom 4. Juli 1916)

Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und W 238/08.02-36 (Auszug aus Ansichtskarte zu St.Loreto aus dem Verlag E. Bosshart, Lichtensteig, ca. 1901)

Freitag, 7. Juli 1916 – Der Arbeitersekretär in den Ferien (Teil 4): Zur Abwechslung Kegeln statt Jassen

Tagebucheintrag von Josef Scherrer-Brisig (1891-1965), Sekretär des Schweizerischen Christlichen Textilarbeiterverbands (1910-1916), später Kantonsrat und Nationalrat, Mitbegründer der Christlichsozialen Bewegung.

Josef Scherrer befand sich immer noch in Flüeli in der Innerschweiz, wo er zusammen mit einem Kollegen einige Tage Ferien verbrachte.

Diese Nacht habe ich, da ich nicht gerade ganz gut schlief, immer an meineliebe Gattin gedacht. Hoffentlich kann sie für einige Tage dem Garten und schweren Mutterpflichten entrückt werden, indem wir die Sorge für unsere Kinder in die Hände der Mutter von Marie legen.

Wir gehen heute miteinander nach Sarnen. Am Nachmittag wird ein Kegelschub gemacht.

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 108/1 (Text) und W 238/02.06-05 (Gasthaus zur Traube mit Kegelbahn in Steinach, ca. 1906; viele Restaurants um die Jahrhundertwende bauten Kegelbahnen, um Gäste anzuziehen; Auszug aus einer Postkarte, erschienen bei Frau Dolder, Handlung, Steinach und gedruckt bei Leopold D. Guggenheim, Zürich)