Postkutsche im Toggenburg, 1909

Dienstag, 27. Juni 1916 – Öffent-licher Verkehr im Toggenburg und Kommunalbericht zu Gossau

Der Bericht über die Kommunalnachschau der Gemeinde Gossau fiel immer noch nicht befriedigend aus: Hinsichtlich der politischen Gemeinde rügt der Bericht, dass der Übelstand im neu erstellten Archiv des Gemeindehauses (Souterrain) – Einlagerung von Munition und Nichtverstärkung der schwachen Mauerwand gegen den nördlicherseits an das Archiv anstossenden Kohlenbehälter – unverändert fortbestehe, welcher Übelstand in einem Brandfalle dem Archiv zum Verhängnis werden könnte. Über die Einhaltung der Wirtschaftspolizeistundeverlängerungen wurde an letzter Fasnacht wiederum keine Kontrolle geübt. Es konnte das Verzeichnis über die dem Fabrikgesetz unterstellten Geschäfte und betreffend die Baugerüste wiederum nicht vorgewiesen werden. Hinsichtlich der Strafrechtspflege wird bemängelt, dass bei den gemeindamtlichen Verhören kein bestimmter, bezw. ständiger, mit den strafprozessualischen Vorschriften und Formen vertrauter Verhörschreiber mitwirkt, sondern bald dieser, bald jener, und zwar in ein und demselben Straffall mitunter abwechselnd, ein Verfahren, das der Einheitlichkeit des Untersuchungsfalles nicht dient. (Nr. 1490)

Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit der Einführung regelmässiger Postautomobilkurse von Buchs ins Toggenburg als Ersatz für die Pferdepostkutschen (Nr. 1473) und weiteren Themen:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und W 238/07.00-10 (Ansichtskarte, Edition Photoglob Zürich, 1909)

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