Mogelsberg vor 1907

Dienstag, 11. Juli 1916 – Advokat wehrt sich gegen das Verbot des Beerensammelns in Flawil und Mogelsberg

Verschiedene private Waldbesitzer aus Mogelsberg und Flawil hatten im Bezirksanzeiger für das Untertoggenburg ein Verbot des Betretens und Beerensammelns in ihren Wäldern publizieren lassen. Dagegen wehrte sich Dr. C. Bärlocher, Advokat in Flawil mit einem Rekurs an die Regierung: Zur Begründung des Rekurses beruft sich Rekurrent auf Art. 699 Zivilgesetzbuch, wonach sowohl das Betreten von Wald und Weide als das Sammeln von wildwachsenden Beeren, Pilzen und dergleichen jedermanns Recht ist, das nur ausnahmsweise „im Interesse der Kulturen“ aufgehoben werden kann. […] Der Gemeinderat Flawil lässt sich zum vorliegenden Rekurse dahin vernehmen, dass eben faktisch der ortsübliche Umfang der Waldbetretung und des Beerensammelns neuestens vielfach überschritten werde und dass die in Frage stehenden Waldbesitzer unbedingt des geforderten Schutzes vor Schädigungen ihres Eigentums bedürfen. Es sei festzustellen, dass Leute, um Beeren zu erhaschen, ruchlos und schonungslos die jungen Tännchen auseinander reisen, abbrechen oder sogar abschneiden. Als im Sinne des Gesetzes zu schützende Kulturen seien doch eben die Jungwaldung, die Tannen und Buchensetzlinge und die Beeren zu betrachten. Auch der Gemeinderat Mogelsberg rechtfertigt in seiner Vernehmlassung das erlassene Verbot mit ähnlichen Erägungen. (Nr. 1621) Der Regierungsrat schloss sich den Erwägungen des Rekurrenten an und hiess den Rekurs gut. Den gesamten Text des Beschlusses sowie alle übrigen dieses Tages finden sich hier:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und W 238/08.12-18 (Ansichtskarte)

hinterlasse einen Kommentar