Staatspersonalverband, Vierjahresbericht

Freitag, 15. September 1916 – Teuerungszulagen für das Staats-personal

Die St.Galler Staatsangestellten verlangten mehr Lohn, insbesondere für die unteren Besoldungsklassen: Die erwähnte Eingabe verweist auf die schon für das Jahr 1915 durch Schlussnahme vom 12. November 1915 (No. 2412) in bescheidenem Umfange gewährten Notzulagen an das untere Staatspersonal, sowie auf die allgemein bekannte und anerkannte Tatsache der infolge der andauernden Kriegslage in sehr erheblichem Umfange bereits eingetretenen und immer noch in Steigerung begriffenen Teuerung der notwendigsten Lebensmittel und anderweitigen Bedarfsartikel, wobei durchschnittlich mit einer Preissteigerung um 35-40% gerechnet werden kann. Es wird weiter auf die Tatsache verwiesen, dass durch diese Teuerungserscheinungen namentlich für die unbemittelten und auf einen bestimmten Erwerb angewiesenen Bevölkerungskreise und darunter auch für die im Dienste der öffentlichen Verwaltung stehenden Angestellten und Arbeiter mit ihren durchschnittlich bescheidenen Gehalts- und Lohneinkünften, namentlich bei Vorhandensein einer Familie mit grösserer Kinderzahl oder sonstiger unterstützungsberechtigter Personen, oder bei Eintritt von Krankheit, Unfall usw. eine ausserordentliche Erschwerung in der Bestreitung des Lebensunterhaltes bereits eingetreten ist und in noch weiterem Umfange zutage treten wird, woraus für den Staat als Arbeitgeber die Pflicht erwächst, nach Möglichkeit helfend einzugreifen; infolge dieser Teuerungsverhältnisse hat denn auch bereits eine ganze Reihe öffentlicher Verwaltungen – Bund, Kantone und grössere kommunale Gemeinwesen – die Gewährung von Teuerungszulagen teils bereits beschlossen, teils sind darauf bezügliche Beratungen im Gange. Was der Regierungsrat von diesem Ansinnen hielt, lässt sich nachlesen unter Nr. 2122:

Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und W 038/6 (Beitragsbild)

 

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