Berchtoldstag

Sonntag, 30. Dezember 1917 – Volkskundliches

Die Rorschacher Blätter berichteten in ihrer letzten Ausgabe zum Jahr 1917 in der Rubrik Aus aller Welt:

Bechtelistag. Seit alter Zeit wurden in der Bodenseegegend am Schlusse oder bei Beginn des Jahres von jungen Leuten und Handwerksburschen Umzüge gehalten und von Haus zu Haus Gaben geheischt, was man bechteln oder berchteln nannte. „Bechten“ wurde in der Folge gleichbedeutend mit betteln. Der Tag, wo diese Umzüge gehalten wurden, war im Mittelalter der 6. Januar (Dreikönigstag), im Elsass der 30. Dezember, in andern Gegenden der 2. Januar und hiess Berchtentag und die vorangehende Nacht Berchtennacht. Im Kanton Thurgau erhielt sich noch lange der Brauch, am Bechtelistag Kinder, Verwandte und gute Bekannte in gleicher Weise zu beschenken wir anderwärts am St.Nikolaustag oder an Weihnachten.

Vgl. dazu auch den Beitrag im Schweizerischen Idiotikon: https://www.idiotikon.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=133&Itemid=223

Dieselbe Ausgabe der Rorschacher Blätter enthielt auch eine Lustige Ecke, in der neben Scherzen über Appenzeller dieser, möglicherweise zeitbedingt sehr aktuelle Witz zu lesen war:

Kritik. Gast: „Tragen Sie beides zurück, Käthe; im Kaffee ist zu viel Gerste und im Bier zu wenig!“

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Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, P 913A (Rorschacher Blätter, Nr. 12, 1917)

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